Stefan Ochs Wettermail - Mi 22.10. 21:43

Hallo,

die Windböen erreichten am Mittwoch nur Beaufort 7. Die Windstärke in 1000 m Höhe betrug statt der vorhergesagten 11 nur Beaufort 8-9, d.h. es war anders als erwartet gar kein großes Potential für Windböen vorhanden. Geregnet hat es recht kräftig, so dass die Böden nun überall nass sind. Beim Grundwasser melden aber trotzdem immer noch einige Stationen sehr niedrige Stände wie z.B. Strullendorf oder Heiligenstadt. Andernorts kam es dagegen schon vor Wochen zu einer Normalisierung. Eine Erklärung für dieses Phänomen habe ich nicht, geregnet hat es in den letzten zwei Monaten eigentlich überall gleich viel. Vielleicht dauert es an manchen Stellen einfach nur länger, bis sich neues Grundwasser ansammelt.

Am Donnerstag beruhigt sich das Wetter. In höheren Luftschichten wird es wärmer, in tieferen Schichten bleibt die feuchtkalte Luft träge liegen. Es ist stark bewölkt bis bedeckt und gelegentlich fallen noch ein paar Regentropfen. Der anfangs mäßige Nordwestwind flaut im Laufe des Tages komplett ab. Maximal werden 9-10 Grad erreicht.

Durch die Erwärmung in der Höhe entsteht in etwa 1400 m Höhe eine Inversion (oben wärmer als unten). Das sieht am Freitag verdächtig nach ganztägig trübem Wetter aus, weil sich unterhalb einer solchen Inversion häufig eine zähe, tiefe Wolkendecke bildet, aus der auch mal ganz geringer Regen fallen kann. Ganz hoffnungslos ist die Sache aber nicht, die Hälfte der Wettermodelle zeigt doch auch Auflockerungen mit gelegentlichem Sonnenschein (20% der astronomisch möglichen Zeit). Maximal werden je nach Sonnenscheindauer 10-13 Grad erreicht. Es weht ein sehr schwacher Wind aus wechselnden Richtungen.

Die von Hand gezeichneten Vorhersagekarten des Deutschen Wetterdiensts zeigen eine schwache Kaltfront, die am Samstag von Westen her zu uns vordringt und sich am Sonntag auflöst. Meine automatische Frontenanalyse hält dieses Ding aber für eine Warmfront. Wie das? In der Regel ist die wärmere Luft auch die feuchtere, so dass man durch die Betrachtung der Summe aus Temperatur und Feuchtigkeit (ergibt die äquipotentielle Temperatur) die Verhältnisse besonders klar erkennt. Nur haben wir es hier mit einem atypischen Fall zu tun, bei dem die kältere und nicht die wärmere Luft mehr Feuchtigkeit enthält. Das Einzeichnen der Fronten in die Wetterkarte erfordert eben auch heutzutage noch die Handarbeit eines Meteorologen. Ich persönlich würde dabei sogar von einer Kunstform ähnlich der Kalligraphie sprechen wollen.

Die meisten Wettermodelle erwarten für den Samstag stark bewölktes bis bedecktes Wetter mit gelegentlichem Regen. Am Sonntag sollte es trocken bleiben mit Chancen auf längeren Sonnenschein. Maximal werden 10 bis 13 Grad erreicht. Der schwache Wind weht aus Süd bis Südost.

Sicher ist die Prognose für das Wochenende noch nicht. Zum einen zeigt z.B. das GFS-Modell kaum eine Wetterwirksamkeit an der Front (nur ein paar Wolkenfelder in der Nacht von Samstag auf Sonntag) und zum anderen fehlen noch die Nebelvorhersagen der hochauflösenden Wettermodelle.

In der nächsten Woche wird sich ruhiges und zu Nebel neigendes Wetter einstellen mit Höchsttemperaturen um 12 Grad.

Die Tiefsttemperaturen liegen im gesamten Zeitraum bei 2 bis 7 Grad. Örtlich kann es Bodenfrost geben. Luftfrost ist nur in ganz ungünstigen Lagen zu erwarten.

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